Die Idee hinter unseren OpenLabs ist einfach: Wir öffnen Labortüren, bringen Menschen aus verschiedenen Disziplinen zusammen und ermöglichen so Gespräche, die sonst nicht zustande kämen.
Unsere NanoPrecMed OpenLab-Reihe startete sonnig an der Mendel-Universität in Brünn. Am Vormittag kamen Experten aus dem gesamten Konsortium zusammen. Sophie Ju gab eine spannende Einführung in intelligentes Nanoengineering mit zukunftsweisenden Themen wie Mikrorobotern für die magnetisch gesteuerte transvaskuläre Navigation. Michaela Vojníková präsentierte die Entwicklung von Nanopartikeln für die Präzisionsmedizin, Václav Brázda beleuchtete den Weg von bioinformatischen Analysen zur zielgerichteten Therapie, und Václav Hönig gab Einblicke in angewandte Virologie, Diagnostik, präklinische Therapien und Impfstoffmodelle. Am Nachmittag begaben sich die Teilnehmenden selbst in die Labore und erkundeten intelligentes Nanoengineering, die Entwicklung von Lipidnanopartikeln und MALDI-Bildgebung, bevor sie den Tag mit Diskussionen auf der sonnigen Dachterrasse mit Blick über Brünn ausklingen ließen.
Der zweite NanoPrecMed OpenLab Day führte die Teilnehmenden zum LBI Trauma in Wien. Ein Tag im Zeichen extrazellulärer Vesikel und ihres Potenzials in der regenerativen Medizin stand im Zeichen dieser Technologie. Der Vormittag bot eine Kombination aus wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionen. Barbara Krönigsberger stellte die Anwendung der Rasterkraftmikroskopie zur Untersuchung extrazellulärer Vesikel vor, Reema Jacob präsentierte kernlose Zellen als bioaktive Transportvehikel, David Hercher beleuchtete eindrucksvoll das Potenzial von EVs für die Regeneration peripherer Nerven, und Johannes Grillari erörterte die aktuellen Herausforderungen bei der Translation von EV-Technologien in die klinische Anwendung. Am Nachmittag widmeten sich die Teilnehmenden praktischen Übungen und erkundeten Nanopartikel-Tracking-Analysen, hochauflösende Lebendzellmikroskopie, In-vivo-Bildgebung und Mikro-Computertomographie. Praktische Demonstrationen von Patrick Heimel, Lara Biezunski und Kollegen ermöglichten einen detaillierten Einblick in die Technologien, die diese Forschung unterstützen.
Der letzte NanoPrecMed OpenLab Day brachte die Johannes Kepler Universität Linz und die Fachhochschule Oberösterreich zusammen. Im Mittelpunkt stand ein Tag, an dem die Nanotechnologie von der Einzelmolekülebene bis hin zu medizintechnischen Anwendungen erforscht wurde. Der Vormittag an der JKU begann mit einer Einführung von Peter Hinterdorfer, der vorstellte, wie die Rasterkraftmikroskopie (AFM) zur Erforschung der dynamischen multimeren Bindungsstrategien von Krankheitserregern und Therapeutika beitrug, basierend auf Erkenntnissen aus der Untersuchung von SARS-CoV-2-Varianten. Im praktischen Workshop demonstrierte Niklas Zeilinger die mechanische Nanokartierung lebender Zellen, während Lisa Hain Einzelmolekülstudien zur Proteinbindung an G-Quadruplexe und doppelsträngige DNA vorstellte (im Rahmen der neuen Zusammenarbeit mit Vaclav Brazda von der TU Brno). Nach dem Mittagessen ging es für die Teilnehmenden an die FH Oberösterreich, wo ihnen verschiedene Technologien der Rasterkraftmikroskopie demonstriert wurden.
Eine der größten Stärken eines OpenLabs ist die Zusammenführung von Forschenden, die an unterschiedlichen Aspekten der Nanomedizin arbeiten, aber selten die Möglichkeit haben, sich persönlich auszutauschen. Gerade diese Gespräche sind oft der Ausgangspunkt für neue Kooperationen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die ihr Fachwissen geteilt, ihre Labore geöffnet und dazu beigetragen haben, dass die drei NanoPrecMed OpenLabs eine so inspirierende Reihe geworden sind.