Basisinformationen über das Projekt
Projektdauer:
Genehmigte EFRE-Mittel:
Projektnummer:
Akronym:
Lead partner:
Ansprechperson des LP:
Projektpartner:
- Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten GmbH
Über das Projekt:
Detailinformation
Das Projekt LOWERMO (Interreg Österreich–Tschechien, spezifisches Ziel 4.1 Rechtliche und institutionelle Zusammenarbeit, Laufzeit 24 Monate, Start 1.1.2026) reagiert auf eine gemeinsame grenzüberschreitende Herausforderung: die Bahnachse Linz–České Budějovice, die Teil des strategischen europäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) ist. Die bestehende Infrastruktur weist Modernisierungsdefizite auf (eingleisige Strecke, begrenzte Geschwindigkeit und Kapazität). Gleichzeitig besteht in den betroffenen Regionen auf beiden Seiten der Grenze Bedarf an einer besseren Verkehrsanbindung für Bevölkerung, Wirtschaft und Tourismus. Zahlreiche bedeutende touristische Ziele befinden sich außerhalb von Gebieten mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr.
Die Infrastrukturbetreiber (Správa železnic und ÖBB-Infrastruktur) erarbeiten derzeit eine Vorstudie für eine mögliche neue Hochgeschwindigkeitsverbindung. Diese konzentriert sich vor allem auf den internationalen Fernverkehr, während regionale Auswirkungen und Verknüpfungen mit der lokalen Mobilität bislang unzureichend berücksichtigt werden. LOWERMO bringt daher frühzeitig eine grenzüberschreitend koordinierte verkehrswissenschaftliche Perspektive ein. Ziel ist nicht nur der Entwurf einer neuen Strecke, sondern vor allem die funktionale Anbindung der Regionen an die zukünftige Infrastruktur sowie die Entwicklung multimodaler Mobilitätslösungen, einschließlich nachhaltiger Konzepte und klimafreundlicher Ansätze für den regionalen Güterverkehr.
Der Projektprozess ist in drei logisch miteinander verbundene Phasen aufgeteilt:
- Analyse des Ist-Zustands und des Bedarfs – umfasst eine Bewertung der Infrastruktur, der Transportdienstleistungen und strategischer Dokumente sowie eine soziologische Untersuchung der Bevölkerungsmobilität, eine Analyse des regionalen Güterverkehrsmarktes und die laufende Kommunikation mit den Interessengruppen.
- Entwicklung eines Konzepts für Dienstleistungen und Infrastrukturverknüpfungen – mit Fokus auf die Festlegung regionaler Knotenpunkte, Umsteigebeziehungen, die Erstellung von Fahrplänen, Linienführungen und deren Anschlüsse sowie auf die Definition der Anforderungen an die infrastrukturellen Parameter.
- Wirtschaftliche Bewertung – stellt eine verkürzte Kosten-Nutzen-Analyse dar, die Zeitersparnisse, externe Effekte, Klimafolgen und die Auswirkungen auf die regionale Entwicklung berücksichtigt.
Für die Zielgruppen (Institutionen, Infrastrukturbetreiber, Verkehrsplaner, Unternehmen und Öffentlichkeit) liefert das Projekt konkrete Entscheidungsgrundlagen und stärkt die grenzüberschreitende Koordination. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass zukünftige Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur messbare Vorteile für regionale Mobilität, touristische Erreichbarkeit und nachhaltige Entwicklung bringen.
Projektoutputs
Das Hauptergebnis des Projekts wird eine gemeinsam erarbeitete Strategie und ein Aktionsplan sein:
- Konzept der grenzüberschreitenden Mobilität im Zusammenhang mit der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Linz–České Budějovice (1 Strategie/Aktionsplan). Dieses Konzept umfasst:
- Verkehrsangebote im Personenverkehr – Vorschlag zur Verknüpfung von Fern- und Regionalbahn, regionalem und lokalem Busverkehr, On-Demand-Verkehr sowie Sharing-Diensten und deren Koordination in Umsteigeknoten.
- Infrastrukturelle Anforderungen für den Personenverkehr – Vorschläge zur Lage und zu den Parametern regionaler Knoten und Stationen, Lösungen für Umsteigeterminals, erforderliche Verbindungen zwischen neuer und bestehender Infrastruktur sowie Anbindungen an Mikromobilität.
- Lösungen für einen klimafreundlichen regionalen Güterverkehr – Vorschläge zur Anbindung von Unternehmen, Umschlagmöglichkeiten sowie zur Verknüpfung mit geplanten Terminals des kombinierten Verkehrs.
- Anforderungen an die Planung und Finanzierung des anschließenden Betriebs – Festlegung der notwendigen Schritte zur praktischen Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen.
Bestandteil des Projekts werden auch Pilotlösungen für die grenzüberschreitende nachhaltige Mobilität sein (insgesamt 2 Maßnahmen):
- Vorschlag für grenzüberschreitende Tarife im regionalen Bahnverkehr und in anschließenden Verkehrsträgern,
- Vorschlag für ein neues grenzüberschreitendes Konzept für Bus-, On-Demand- und Sharing-Verkehr.
Wichtigste Teilergebnisse umfassen insbesondere:
- Analyse bisheriger Studien sowie Bewertung des aktuellen Zustands der Infrastruktur und der Verkehrsdienstleistungen
- Demografische Analyse und soziologische Untersuchung des Mobilitätsverhaltens der Bevölkerung, einschließlich des erwarteten Umfangs der zukünftigen grenzüberschreitenden Mobilität,
- Marktanalyse des regionalen Güterverkehrs,
- Dokumentation der Ausgangsbedingungen der Infrastruktur sowie der sich aus dem vorgeschlagenen Konzept ergebenden infrastrukturellen Anforderungen,
- Wirtschaftliche Bewertung (vereinfachte Kosten-Nutzen-Analyse) der Infrastrukturergänzungen und des vorgeschlagenen Dienstleistungskonzepts, einschließlich ausgewählter regionaler Effekte (Zeitgewinne, Externalitäten, Klimawirkungen).
Erwartete Projektergebnisse:
- Das erarbeitete Mobilitätskonzept wird für nachfolgende Planungsschritte der Infrastrukturbetreiber (SŽ, ÖBB) sowie für regionale Verkehrs- und Entwicklungsstrategien (Oberösterreich, Südböhmen) nutzbar sein.
- Stärkung und Formalisierung der grenzüberschreitenden institutionellen Zusammenarbeit: Einbindung relevanter Organisationen während des Projekts und Schaffung einer Grundlage für eine weiterführende Zusammenarbeit über das Projektende hinaus.
- Die Pilotlösungen werden den zuständigen Institutionen zur Umsetzung oder weiteren Ausarbeitung vorgelegt, einschließlich anschließender Schritte wie detaillierter Planung oder Prüfung von Finanzierungsmöglichkeiten.