Fünftes Treffen der Projektpartner – Masaryk-Universität Brünn

16.10.2025
Veranstaltungsart: Sonstiges

Die Masaryk-Universität in Brünn begrüßte das fünfte Treffen der Partner des tschechisch-österreichischen ACCURE-Projekts.

Die Partner waren sich auf dem Treffen einig, dass das ACCURE-Projekt weiterhin sein Ziel verfolgt – die Entwicklung eines funktionalen 3D-In-vitro-Modells der menschlichen Haut in voller Dicke. Dieses Modell stellt eine grundlegende Innovation dar, da es die Prüfung von Arzneimitteln, Biomaterialien und Kosmetika ohne Tierversuche ermöglicht. Es trägt somit zu einer ethischeren und sichereren Produktentwicklung für die Gesundheits- und Kosmetikindustrie bei.

Das Projekt erreichte folgende Teilziele:

- Bioaktive Hydrogele (CEITEC BUT): Die Optimierung eines mit Wachstumsfaktoren von Enantis modifizierten Hydrogels auf Kollagen- und Chitosanbasis wurde abgeschlossen. Die Hydrogele wurden auf Zytotoxizität und Biokompatibilität getestet, und die Ergebnisse bestätigen ihre positive Wirkung auf das Zellwachstum. Parallel dazu werden Varianten mit unterschiedlichen Zusammensetzungen entwickelt, um optimale mechanische Stabilität und biologische Aktivität zu erzielen.

- Stabilisierung von Wachstumsfaktoren (CEITEC BUT & Enantis): FGF2-STAB wurde erfolgreich in Liposomen verkapselt. Die Entwicklung einer stabilisierten Variante von FGF7-STAB, einem Schlüsselfaktor für die epidermale Regeneration, wurde initiiert. Tests zeigen, dass die Ladung von Liposomen die Zellpenetration signifikant beeinflusst, was für die Wirksamkeit von Wachstumsfaktoren entscheidend ist.

- 3D-Druck (Profactor & JKU): Die ersten Multimaterial-Bioscaffolds wurden mithilfe einer Hybridtechnologie entwickelt, die digitale Lichtverarbeitung und Extrusions-Biodruck kombiniert. Dieses Verfahren ermöglicht eine präzisere Befüllung der Scaffolds mit bioaktiven Hydrogelen und gewährleistet eine höhere Reproduzierbarkeit. Tests haben gezeigt, dass die Befüllung der Scaffolds mit bioaktiven Hydrogelen die Zytokompatibilität der ursprünglichen Polymerstrukturen signifikant verbessert, die ohne Füllstoff teilweise zytotoxisch waren.

- Biologische Tests (MUNI): Mehr als 1000 Zytotoxizitätsmessungen von Polymeren und Hydrogelen wurden an zwei Zelllinien durchgeführt. Der Aufbau einer Fibroblasten- und Keratinozytenbank für die nächsten Projektphasen wurde begonnen. Es laufen außerdem Experimente zu den immunmodulatorischen Effekten von Hydrogelen, die die Wundheilung beeinflussen können.
- Materialcharakterisierung (TIGER): Erweiterte Tintenanalysen (Photo-DSC, Viskosität, Stabilität) zur Optimierung des 3D-Drucks, einschließlich der Prüfung neuer Photoinitiatoren und Stabilisatoren. Diese Ergebnisse ermöglichen die Entwicklung von Tinten mit höherer Reaktivität und Langzeitstabilität, was für den präzisen Druck komplexer Strukturen entscheidend ist.

Das Projekt wird planmäßig und ohne größere Probleme umgesetzt. Die in diesem Zeitraum erzielten Ergebnisse bilden eine solide Grundlage für die finale Entwicklungsphase eines funktionalen In-vitro-Hautmodells, das das Potenzial besitzt, den Testansatz in Medizin und Kosmetik grundlegend zu verändern.