Gemeinsame tschechisch‑österreichische Datenbank

17.04.2026
Veranstaltungsart: Sonstiges

Besseres Verständnis von Veränderungen des Grundwassers

Im Rahmen des Projekts Interreg AT–CZ Podzemní vody / Grundwasser (ATCZ00067) wurde Ende des Jahres 2025 eine gemeinsame grenzüberschreitende Datenbank erstellt, die verfügbare Daten zu Grund‑ und Oberflächenwasser sowie zu klimatologischen Bedingungen im Gebiet Südmähren und Niederösterreich miteinander verknüpft. Die Datenbank stellt ein zentrales Instrument dar, um Ursachen und Ausmaß der Grundwasserstandsabsenkungen in dieser Grenzregion besser zu verstehen.

An ihrer Entwicklung waren die Projektpartner Masaryk‑Universität, Tschechisches Hydrometeorologisches Institut (ČHMÚ) und GeoSphere Austria (GSA) eng beteiligt. Die gemeinsame Arbeit basierte auf der Erkenntnis, dass sich Grundwasser in natürlichen hydrogeologischen Strukturen bildet, die keine administrativen oder staatlichen Grenzen kennen. Daher ist es notwendig, mit harmonisierten und gegenseitig kompatiblen Datensätzen aus beiden Ländern zu arbeiten.

Die Datenbank umfasst in ihrer aktuellen Form zehn thematisch gegliederte Datensätze, die ein breites Spektrum an Informationen abdecken – von Niederschlags‑ und Lufttemperaturdaten über Grund‑ und Oberflächenwasserstände bis hin zu hydrochemischen, geologischen und isotopischen Daten. Einen besonderen Mehrwert stellen die langjährigen Zeitreihen, die teilweise bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückreichen, dar. Diese ermöglichen eine Bewertung der Veränderungen des Wasserhaushalts im langfristigen Kontext des Klimawandels.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Qualitätssicherung, Prüfung und Vergleichbarkeit der Daten. Datensätze aus der tschechischen und österreichischen Seite wurden systematisch überprüft, hinsichtlich Formaten und Einheiten vereinheitlicht und für weitere analytische und modellbasierte Auswertungen vorbereitet. Die Datenbank ist als offenes und dynamisches Werkzeug konzipiert und wird im Verlauf der Projektlaufzeit kontinuierlich um neue Messungen und Ergebnisse aus Gelände‑ und Laboruntersuchungen ergänzt.

Die gemeinsame Datenbank bildet die Grundlage für nachfolgende Projektergebnisse, darunter die Erstellung von 3D‑geologischen, hydrogeologischen und klimatologischen Modellen sowie die Entwicklung interaktiver Karten‑ und Grafikdarstellungen. Diese Resultate sollen Fachleuten, öffentlichen Verwaltungen und weiteren Institutionen als wichtige Entscheidungsgrundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen im tschechisch‑österreichischen Grenzraum dienen.
 
Die Datenbank wird technisch auf der Cloud‑Infrastruktur des österreichischen Projektpartners GeoSphere Austria (GSA) betrieben. Der Zugang zur Datenbank wird auf Anfrage gewährt. Bei Interesse an einer Nutzung oder am Zugriff auf die Daten wenden Sie sich bitte an
Herrn Gerhard Schubert (GSA) unter der E‑Mail‑Adresse gerhard.schubert@geosphere.at.