Basisinformationen über das Projekt
Projektdauer:
Genehmigte EFRE-Mittel:
Projektnummer:
Akronym:
Lead partner:
Ansprechperson des LP:
Projektpartner:
- Jihočeský kraj
- Mikroregion Telčsko
- Muzeum Vysočiny Jihlava, příspěvková organizace
- Marktgemeinde Liebenau
Über das Projekt:
Detailinformation
Projektstart ist der 1. April 2026. Ziel des Vorhabens ist die Schaffung einer Grundlage für ein nachhaltiges Management von Moorlebensräumen in der österreichisch-tschechischen Grenzregion. In mehreren Pilotgebieten werden wissenschaftliche Methoden zur Erhebung, Kartierung und Analyse von Moorökosystemen eingesetzt. Dabei werden ökologische Merkmale und Zustandsparameter dokumentiert sowie Potenziale für Erhalt und Renaturierung untersucht.
Auf Basis der Ergebnisse werden Empfehlungen für Schutz und nachhaltige Nutzung der Moorlandschaften entwickelt. Gleichzeitig stärkt das Projekt die langfristige Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Naturschutz und Tourismus und etabliert das Themenfeld Moorökosysteme als regionalen Schwerpunkt für Forschung und Entwicklung.
Das Projekt umfasst drei zentrale Arbeitsschwerpunkte: Erstens die Erhebung der Biodiversität in ausgewählten Mooren einschließlich Genflussstudien als Grundlage für den Schutz wertvoller Arten und Lebensräume. Zweitens die Entwicklung nachhaltiger Tourismuskonzepte mit Besucherlenkungsmaßnahmen sowie den Ausbau mehrsprachiger Moorlehrpfade in Oberösterreich und Tschechien. Drittens die enge Abstimmung mit dem LIFE-Projekt AMooRe Österreich. Ergänzend wird die Kreisverwaltung Budweis eine internationale Online-Plattform aufbauen, die Ergebnisse der Drohnenkartierung von Moorgebieten und Biodiversitätsdaten zugänglich macht.
Die Projektergebnisse dienen als Grundlage für bilaterale Veranstaltungen, Bildungsangebote und den weiteren Ausbau der Moorlehrpfade. Damit wird die Bedeutung von Mooren für Klimaschutz, Wasserhaushalt und Biodiversität einer breiten Öffentlichkeit vermittelt.
Projektoutputs
Die im Projekt entwickelten Maßnahmen schaffen einen nachhaltigen Mehrwert für Naturschutz, Forschung, Tourismus und Umweltbildung. Die interaktiven Moorlehrpfade in der Region Telč und in Liebenau werden Besucherinnen und Besucher langfristig für die Bedeutung von Mooren sensibilisieren. Durch digitale und interaktive Elemente können insbesondere junge Menschen aktiv eingebunden werden und sich mit den Themen Moorschutz, Biodiversität und Klimaschutz auseinandersetzen.
Die im Projekt entwickelten Besucherlenkungsmaßnahmen verbinden den Schutz sensibler Lebensräume mit einer nachhaltigen touristischen Nutzung. Die gemeinsam von Fachleuten aus Naturschutz, Forschung und Tourismus erarbeiteten Konzepte dienen als Vorbild für andere Regionen und zeigen, wie Naturerlebnis und Schutzinteressen erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Ein besonderer Innovationsschwerpunkt liegt in der drohnengestützten Erfassung von Moorstandorten in Waldgebieten. Da bislang weder eine vollständige Bodenkartierung noch eine umfassende Erfassung aller Moorstandorte in Österreich vorliegt, bietet diese Methode großes Potenzial für zukünftige Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen. Die gewonnenen Daten können Waldbesitzern helfen, ehemalige Moorflächen zu identifizieren und durch Wiedervernässung ihre Wälder als CO₂-Senken zu stärken. Gleichzeitig verbessert sich der Wasserhaushalt, wodurch die Stabilität, Widerstandsfähigkeit und biologische Vielfalt der Waldökosysteme gefördert werden.
Auf Grundlage der Erhebungen werden Karten zu Verbreitung, Bestandsgröße und Schutzbedarf wichtiger Arten sowie zu besonders wertvollen Moor- und Feuchtgebietsbereichen erstellt. Ergänzt werden diese durch konkrete Empfehlungen für Schutz- und Managementmaßnahmen. Alle erhobenen Daten werden in einer zentralen Datenbank zusammengeführt und über eine öffentlich zugängliche Plattform bereitgestellt.
Dadurch entsteht ein einzigartiger grenzüberschreitender Datenbestand zu Moorökosystemen, der nicht nur die Umsetzung der Projektmaßnahmen unterstützt, sondern auch eine wertvolle Grundlage für zukünftige Forschungsprojekte, Naturschutzstrategien und politische Entscheidungen bildet. Die Ergebnisse leisten somit einen langfristigen Beitrag zum Schutz von Mooren, zur Erhaltung der Biodiversität und zur Stärkung des Klimaschutzes in der Region.