Forscher aus der Region Vysočina und der Region Südböhmen arbeiten gemeinsam mit österreichischen Partnern daran, Agro-Photovoltaik und Wasserfußabdruck-Audits in Unternehmen miteinander zu verknüpfen, um die traditionelle Produktion zu erhalten und die wirtschaftliche Stabilität der Landwirte in den Grenzregionen zu sichern.
Das Treffen der Partner des grenzüberschreitenden Projekts TASTE in Havlíčkův Brod und Valečov hat bestätigt, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einer der Wege zur Entwicklung des Agrarsektors in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels ist. Experten aus Oberösterreich, Südböhmen und der Vysočina stellten hier innovative Methoden für zwei Schlüsselkulturen der Region vor: Soja, das als „Kulturpflanze der Zukunft“ mit hohem Anpassungspotenzial gilt, und Kartoffeln, die in beiden Ländern eine „bedrohte Tradition“ darstellen, die nicht nur aktiven Schutz erfordert, sondern auch die Suche nach neuen Wegen im Anbau. Das Projekt TASTE befasst sich nicht nur mit den ökologischen Aspekten des Anbaus dieser Kulturen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vorbeugung wirtschaftlicher Probleme in der regionalen Lebensmittelindustrie, die unmittelbar von stabilen Erträgen und einem effizienten Wassermanagement abhängt.
Das Vormittagsprogramm, das von Vertretern des Kartoffelforschungsinstituts in Havlíčkův Brod – einer der ältesten Forschungseinrichtungen in Tschechien – vorbereitet und geleitet wurde, bot den Teilnehmern einen detaillierten Einblick in die dortigen Versuchsfelder sowie in die vom Institut betriebene Kartoffelgenbank. Diese dient unter anderem der Erhaltung der genetischen Vielfalt von Kartoffelsorten und ist ein unverzichtbarer Schutz vor dem Verlust regionaler Sorten im Falle extrem trockener Jahre.
Im Mittelpunkt der Gespräche der Projektpartner stand die Vorstellung der aktuellen Fortschritte beim Anbau von Nutzpflanzen unter Einsatz horizontaler Photovoltaikmodule. Dieses Konzept erweist sich als wichtiges Instrument zur Verringerung des Hitzestresses bei Nutzpflanzen sowie zur Stabilisierung der Erträge der Landwirte, da die Beschattung durch die Module die Verdunstung verringert und die Pflanzen vor Hitzeschocks schützt. Die Forscher aus Havlíčkův Brod setzen bei ihren Versuchsanbau-Projekten auch eine durch Bodenfeuchtigkeitssensoren gesteuerte Tropfbewässerung ein. In Südböhmen, in der Region Vysočina sowie in Oberösterreich müssen sich die Projektpartner zudem ständig mit dem Schutz der Versuchsfelder vor Hasen und Tauben befassen, die die Pflanzen in früheren Phasen bedroht haben.
Die durch die Beschattung auf dem Feld erzielte Wassereinsparung ist jedoch nicht der einzige Faktor im Lebenszyklus der Kulturpflanze, der im Rahmen des Projekts untersucht wird. Das TASTE-Projekt verbindet Feldversuche mit geplanten Wasserfußabdruck-Audits gemäß der Norm EN ISO 14046 in ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben. Dieser Schritt ist entscheidend für den Übergang von der traditionellen Verarbeitung hin zu einer Kreislaufwirtschaft ohne Abfall (Zero-Waste). Im Rahmen eines Pilotprojekts werden Wasserfußabdruck-Audits bei mehreren Unternehmen auf tschechischer und österreichischer Seite durchgeführt (z. B. bei den Firmen efko oder Friall). Der Nutzen dieser Audits liegt im Vergleich traditioneller Verarbeitungsmethoden mit modernen Ansätzen der Kreislaufwirtschaft, was es den Unternehmen ermöglicht, ihre Wasserkosten zu senken und so ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
In den kommenden Phasen des TASTE-Projekts werden an diese Schritte auch die Erstellung einer gemeinsamen grenzüberschreitenden SWOT-Analyse und einer strategischen Perspektive anschließen. Diese Ergebnisse werden kritische Schwachstellen des Agrar- und Lebensmittel-Ökosystems aufzeigen und mögliche Lösungen skizzieren, die auf Investitionen in ressourcenschonende Technologien basieren.